Joseph Marx
(1882–1964)

Meister des romantischen
Impressionismus
Joseph Marx (18 kB)
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Biographie


"Das echte Kunstwerk ist naturhaft wie ein Baum, der sich aus einem Keim entwickelt, wächst, blüht; alltäglich und doch wieder unbegreiflich in seiner Pracht, aus tausend Teilen gefügt, und doch eine einzige unbeschreibliche Schönheit..." (Joseph Marx)


Die Lebensstationen und beachtlichen Verdienste von Joseph Marx im Überblick:

  • 1909 Promotion zum Doktor der Philosophie an der Universität Graz und zugleich Veröffentlichung preisgekrönter musiktheoretischer Arbeiten
  •  
  • ca. 1906-12 Komposition von insgesamt fast 150 Liedern, die von den größten Diven und Meistersängern des Zwanzigsten Jahrhunderts interpretiert wurden
  •  
  • ca. 1910-46 Komposition zahlreicher Orchester- und Chorwerke, die von den bedeutendsten Maestros seiner Zeit (ur)aufgeführt wurden (Ferdinand Löwe, Hans Swarowsky, Clemens Krauss, Arthur Nikisch, Fritz Reiner, Robert Heger, Karl Etti, Milan Horvat, Karl Böhm u.v.a.)
  •  
  • 1914-52 Professor für Musiktheorie, Harmonielehre, Komposition und Kontrapunkt an der Universität Wien
  •  
  • 1922-24 Leiter der Akademie für Musik und darstellende Kunst in Wien als Nachfolger von Ferdinand Löwe
  •  
  • 1924-27 einstimmig gewählter Rektor der auf seine Initiative hin gegründeten ersten Hochschule für Musik in Wien
  •  
  • 1947-52 Professor für Musikwissenschaft an der Universität Graz
  •  
  • 1932-33 erster Berater der Atatürk-Regierung im westlich orientierten Aufbau des türkischen Konservatoriums, Musikschulsystems und Konzertwesens (seine Nachfolger waren Hindemith, Bartok u.a.). So trug Marx als Botschafter entscheidend zur Völkerverständigung bei und schlug Brücken zwischen Kulturen, die sich zuvor völlig fremd gewesen waren.
  •  
  • Mit allein in Wien insgesamt 1.255 Studenten aus aller Herren Länder der mit Abstand aktivste österreichische Musikpädagoge des Zwanzigsten Jahrhunderts (nachweislich einer der begehrtesten Musikpädagogen weltweit, ähnlich Nadia Boulanger)
  •  
  • Einflußreicher Essayist und Musikkritiker mit jahrzehntelanger Tätigkeit für die größten Zeitungen und Fachzeitschriften Wiens
  •  
  • Langjähriger Präsident und Ehrenvorstand der Mozartgemeinde Wien
  •  
  • Langjähriger Vertreter Österreichs als Juror bei internationalen Kompositionswettbewerben
  •  
  • Langjähriger Präsident (teilweise über fast zwei Jahrzehnte bis zu seinem Tode) zahlreicher Institutionen wie Österreichischer Komponistenbund, AKM, Gesellschaft zur Herausgabe von Denkmälern der Tonkunst, Vereinigung der Musikerzieher Österreichs, Wiener Kritiker-Vereinigung u.a.
  •  
  • Langjähriger Vertreter Österreichs in sämtlichen Jurys und Gremien der UNESCO und in dieser Eigenschaft maßgeblich verantwortlich für den Wiederaufbau der internationalen Beziehungen des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg
  •  
  • Namensgeber für den 1947 gestifteten Joseph-Marx-Musikpreis des Landes Steiermark, mit dem so bedeutende Künstler wie Nikolaus Harnoncourt, Alfred Brendel, Gundula Janowitz und Iván Eröd ausgezeichnet worden sind
  •  
  • Ehrenpräsident des Steirischen Tonkünstlerbundes, des österreichischen Tages der Musikpflege, der "Fédération Internationale des Sociétés d'Auteurs et Compositeurs" (1960) u.a.
  •  
  • Ehrendoktor und Ehrenmitglied der Universitäten für Musik und darstellende Kunst in Graz und in Wien (Joseph Marx war — nach Anton Bruckner und Franz Schmidt — der dritte Musiker überhaupt, dem von der Universität Wien die Ehrendoktorwürde der Philosophie verliehen wurde)
  •  
  • Ehrenmitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Marx war 1956 der erste Komponist überhaupt, dem diese Ehre zuteil wurde), der AKM, des Wiener Schubertbundes, der Wiener Konzerthausgesellschaft, des Österreichischen Komponistenbundes, der Wiener Symphoniker, der Gesellschaft der Musikfreunde, des Musikvereins für Steiermark, der Österreichisch-Sowjetischen Gesellschaft, der Franz-Léhar-Gesellschaft, des Vereins zur Förderung zeitgenössischer Musik, des Max-Reger-Institutes, der Internationalen Franz-Schreker-Gesellschaft uva.
  •  
  • Ehrenbürger sowie Träger des Ehrenrings der Städte Wien und Graz
  •  
  • Träger des Großen Silbernen Ehrenzeichens der Republik Österreich (1928), des Großen Österreichischen Staatspreises (1950; Marx war der erste, der diesen Preis erhielt), des Musikpreises der Stadt Wien (1952), des Musikpreises des Landes Steiermark (1956), des Großen Ehrenzeichens für Wissenschaft und Kunst (1957), der Mozartmedaille der Mozartgemeinde Wien u.a.

Viele weitere Details, z.B. über Marx als Retter verfolgter Künstlerfamilien zur Zeit des Dritten Reiches und über Marx als treibende Kraft bei der Renaissance der Werke von im Exil lebenden, vertriebenen Komponisten, finden Sie in meinem in der Ausgabe März 2006 der Österreichischen Musikzeitschrift erschienenen Artikel

  Joseph Marx - Rückkehr eines "romantischen Realisten"   *NEU*




Berühmte Zitate und Briefpassagen:

"Wie ist es möglich, daß ein solcher Ausnahmekomponist vergessen wurde?" (Riccardo Chailly über Joseph Marx)

"Joseph Marx ist der Führer des musikalischen Österreich." (Wilhelm Furtwängler, Dirigent, 1952)

"Dennoch aber glaube man nicht, daß Marx auch nur einen Tag seines Lebens lang konservativ war. Er war und ist ein ewiger Revolutionär. Immer hat sein Wesen etwas brausend Stürmisches, immer liegt er irgendwie im Kampf." (Hans Ewald Heller in seinem Artikel "Joseph Marx, ein österreichischer Musikant", Musikblätter des Anbruch, Nov./Dez. 1935)

"Ihr Ruf als der repräsentativste Vertreter der österreichischen Tonkunst in der Gegenwart ist weit über die Grenzen unseres Landes hinaus in der Welt verbreitet, und die vollendete Meisterschaft Ihrer musikalischen Schöpfungen hat Ihnen die bewundernde Anerkennung einer internationalen Anhängerschaft eingebracht." (Franz Jonas, späterer österreichischer Bundespräsident; in einem Brief an Marx im Jahre 1952)

"Es ist meine heilige Überzeugung, daß ohne das Irrationale, Unbewußte, Intuitive, Mystische kein Kunstwerk von wirklichem innerem Wert entstehen kann. Joseph Marx besitzt diese heute seltenen Eigenschaften in so hohem Grade wie nicht bald ein anderer lebender Österreicher. Ich glaube daher fest, daß SEIN Werk noch leben wird, wenn die "Musikkonstrukteure", die es mit der kalten Technik allein machen wollen und denen Seele, Ergriffensein, Romantik als charakteristisch für eine nach ihrer Ansicht "überwundenen" Epoche erscheinen, längst vergessen sein werden..." (Richard Maux, österreichischer Komponist, 1952)

"Meine Begegnung mit Ihnen war ein unerwartetes Geschenk, ein Zeichen, daß alles Unerwartete, Fantastische und ewig Romantische noch immer da ist, trotz aller Bemühungen der gegenwärtigen 'Kunst-Führer', das alles auszurotten." (Nikolai Medtner, bedeutender russischer Komponist, in einem Brief an Marx im Jahre 1949)

"Joseph Marx ist für die Erhaltung der Musikkultur der Zukunft absolut nötig." (Pablo Casals, weltberühmter Cellist, 1960)

"Erst wenn der erste atonale Schlager auf Unterhaltungsabenden erklingt, wird man von einer gleichberechtigten Musikrichtung sprechen können." (Joseph Marx zum Thema atonale Musik)





Die unterhalb dieses Infokastens beginnenden Texte über Biographie, Persönlichkeit und Kompositionsstil von Joseph Marx geben nur einen relativ knappen Einblick in das reiche Leben und Werk dieses Künstlers. Wer sich also noch umfassender informieren möchte, sollte sich unbedingt auch diesen Abschnitt hier anschauen:
 Gedruckte Veröffentlichungen des Autors über Joseph Marx
Dort sind alle bisherigen, in diversen Musikzeitschriften gedruckten Marx-Artikel des Autors dieser Website in vollem Wortlaut wiedergegeben.



Joseph Rupert Rudolf Marx wurde als Sohn eines Arztes und einer Pianistin am 11. Mai 1882 in Graz/Österreich geboren (sein Name wird häufig irrtümlicherweise Josef Marx geschrieben). Die erste Unterweisung in die Joseph Marx 1887 (25 kB) Musik erhielt er von seiner Mutter und wurde anschließend an Johann Buwas berühmter Klavierschule unterrichtet, wo vor ihm bereits viele andere Persönlichkeiten ihre musikalische Ausbildung genossen hatten, darunter Hugo Wolf. Hier erlernte Marx nicht nur das Violinspiel, sondern brachte sich zudem selbst das Cellospielen bei. Seine ersten Erfahrungen im Komponieren sammelte er zur Gymnasialzeit, als er aus vorhandenen Themen Klavierstücke und kleinere Werke für Trio- und Quartettbesetzung arrangierte. In der Zwischenzeit trat er außerdem als Klavierbegleiter bei Aufführungen des Schulensembles auf. Daraufhin wurde ihm das Klavierspielen von seinen Eltern (in erster Linie von seinem strengen Vater) verboten, doch er nutzte weiterhin jede sich bietende Gelegenheit, seinen Durst nach seiner größten Vorliebe, der Musik, zu stillen. Bereits zu dieser Zeit schrieb er seine ersten Klavierstücke. Während der Oberstufe erwog er - möglicherweise auch als Vorwand zur Befriedigung seiner Eltern - eine Ausbildung zum Uhrmachermeister, die er dann auch tatsächlich begann; doch auch der Beruf des Fotographen war ihm in dieser Zeit in den Sinn gekommen. Schließlich kehrte er dann doch ans Gymnasium zurück und beendete die Matura mit Erfolg. Nachdem er sich auf Wunsch seines Vaters in der juristischen Fakultät der Universität Graz eingeschrieben und ein Jahr lang in diesem für ihn so fremden Fach durchgehalten hatte, belegte er Kurse in Philosophie und Kunstgeschichte. Dies führte schließlich zu einem Bruch mit seiner Familie, doch für Marx hatte sein großes Interesse an der Musik weiterhin Vorrang, so daß er im Alter von 26 Jahren seine Kompositionstätigkeit wieder aufnahm und Joseph Marx 1912 (29 kB) innerhalb von vier Jahren (1908-12) ungefähr 120 seiner rund 150 Lieder schrieb. Als hierdurch der Name des in Graz zum Doktor der Philosophie promovierten und in seiner Heimatregion bereits gefeierten Liederkomponisten auch in Wien bekannt wurde, übernahm Marx den ihm 1914 angebotenen Posten des Professors für Theorie an der Musikakademie der Universität Wien. 1922 wurde er Direktor dieser Akademie und zur Zeit der Reorganisierung des Instituts zur Hochschule für Musik (1924-27) hatte er den Posten des Rektors inne. In der Folgezeit (1932-33) war Marx einige Zeit lang im Auftrag der türkischen Regierung als Berater im Aufbau des (später von Paul Hindemith und Bela Bartok weiter ausgebauten) Konservatoriums in Ankara und des türkischen Musikschulsystems tätig. (Einen ausführlichen Bericht über seine Zeit in der Türkei - von Joseph Marx selbst verfaßt! - habe ich hier zur Verfügung gestellt.) Bis 1938 arbeitete er als Musikkritiker für das Neue Wiener Journal, und nach dem Zweiten Weltkrieg übte er die gleiche Tätigkeit für die Wiener Zeitung aus. In den insgesamt 43 Jahren seiner Professorentätigkeit in den Fächern Komposition, Harmonie und Kontrapunkt unterrichtete Marx eine ganze Musikergeneration (allein in Wien insgesamt 1.255 Studenten) und verfaßte zudem viele hundert Kritiken und Essays. So war Joseph Marx als einflußreiche Persönlichkeit bis zu seinem Tode in Graz am 3. September 1964 über lange Jahre Präsident, Vorsitzender und Ehrenvorsitzender der wichtigsten Musikinstitutionen Österreichs.

Eine weitere, gut recherchierte Biographie (von Hans Jancik; aus "Die Musik in Geschichte und Gegenwart") findet man hier.



Joseph Marx 1930 (16 kB) Aus einem Brief von Ernst Fischer (Nationalratsabgeordneter der KPÖ) an Joseph Marx (11.05.1962; zu Marx' 80. Geburtstag):
"In Ihrer Musik leuchtet verklärt die österreichische Landschaft, Rebenhügel, goldenes Herbstlaub, der helle Himmel drüberher, Melancholie und Liebenswürdigkeit, Vitalität und das Leben, ein Traum, romantisch verzaubertes Österreich. Ihre Persönlichkeit, die jeden Teufelspakt zurückwies und zu keinem Zugeständnis an Eroberer und Machthaber bereit war, ist über die Grenzen dieses Landes hinausgewachsen. Ihre Phantasie ist nicht Rückzug der Wirklichkeit, und was melodisch in ihr tönt, ist ein tapferes Herz. Daraus wächst auch Ihr Humor, der das Gegenteil österreichischer Schlamperei ist, nämlich Attacke gegen alles Aufgeblasene, respektlose Haltung vor jeder Obrigkeit. Ihr scharfer Witz hat stets Ihre milde Musik ergänzt. Sie haben nicht nur Rhythmus sondern Rückgrat. Und das ist hierzuland höchst rühmenswert. So haben Sie Dank, lieber Meister, für Ihre Kunst und Ihre Mannhaftigkeit."


Persönliches und Interessantes über Joseph Marx

Joseph Marx - Piano (46 kB)

Joseph Marx war von großer Statur und dazu recht kräftig. Er galt als hervorragender Pianist, der auch seine eigenen, teilweise mit einem sehr anspruchsvollen Klavierpart besetzten Lieder bis ins hohe Alter gern am Flügel begleitete und dabei Kritiker und Publikum gleichermaßen begeisterte. Er wurde mir von seinen Schülern, Bekannten und Kollegen, mit denen ich sprach, als ein ausgesprochener Individualist und zugleich offenherziger Mensch mit feingeistig-philosophischem Hintergrund und einem subtilen Humor beschrieben, den er gern einsetzte. Ihm werden zudem eine ausgeprägte Menschenkenntnis und ein außerordentliches Einfühlungsvermögen bescheinigt, sowie eine deutlich spürbare Aura als selbstsichere, völlig in sich ruhende Persönlichkeit. Er wird stets als ein geistreicher und redegewandter Joseph Marx 1932 - 2 (22 kB) Gesprächspartner bezeichnet, der seine Gedanken blendend zu formulieren wußte. Und so gestaltete er auch seinen Unterricht mit einer anregenden und humorvollen Atmosphäre und erzählte manchmal auch Anekdoten von seinen Begegnungen mit den vielen berühmten Komponisten, die er persönlich kannte oder gekannt hatte (z.B. Puccini, Szymanowsky, Franz Schmidt). Der Unterrichtsablauf war dabei rein improvisatorisch, wobei die Schüler sich allerdings auch keine Aufzeichnungen machen durften, damit sie das Gelernte nicht mechanisch, sondern intuitiv verstehen und anwenden konnten. Er pflegte seine Schüler unmerklich in ihren Stärken zu fördern und korrigierte sie nur im Falle technischer Fehler. Außerdem ist bekannt, daß Marx vielen seiner Schüler, die einer zusätzlichen Förderung bedurften, sogar während seiner freien Zeit Privatunterricht erteilte, ohne dafür ein Entgelt zu verlangen. Trotz seiner sehr kritischen Haltung gegenüber der atonalen Avantgarde lobte er als Kritiker auch Werke der jungen Modernisten, sofern sie sich noch der tonalen Musik zuordnen ließen. Er war bei Kollegen und Schülern gleichermaßen respektiert, auch bei jenen, die eine völlig gegensätzliche musikalische Richtung vertraten. In diesem Zusammenhang ist anzumerken, daß viele seiner aus verschiedensten Teilen der Erde stammenden Studenten später in ihrer jeweiligen Sparte sowohl in ihrer Heimat als auch weltweit Ruhm erlangt haben. Die Tatsache, daß der Gesamtnachlaß an Briefen an Marx sage und schreibe 14.589 Stück von 3.420 Schreibern (!) umfaßt, darunter eine unüberschaubare Zahl bekannter Namen, dürfte ein deutlicher Beweis für die Beliebtheit und Bekanntheit der Person Joseph Marx sein, dessen Name nach seinem Tode aufgrund verschiedener ungünstiger Faktoren in Vergessenheit geraten ist.


Sein Kompositionsstil


"Primär vom Naturerleben, vor allem von der südsteirischen Landschaft Hugo Wolfs (und von Italien; Anm.) inspiriert, sind die Werke von Marx Stimmungsmusik reinster Prägung und Ausdruck eines ungewöhnlichen Schönheitsempfindens. Südländische Melodienfreude, romantischer Impressionismus und das Klangerleben der jungrussischen Schule, vor allem Skrjabins, verbinden sich in ihnen zu charakteristischer Synthese. Dazu kommt ein starker Sinn für Polyphonie, dem auch die Mittelstimmen der Kompositionen ihre lebensvolle Faktur verdanken. Als Ausgleich gegen die stets überquellende Phantasie ist dem wissenschaftlich hochgebildeten Musiker ein scharfes Denken zu eigen, das Inhalt und Form in Übereinstimmung zu bringen sucht."

[Hans Jancik in: "Die Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG): Marx, Joseph", S. 1 ff. Digitale Bibliothek Band 60: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, S. 49582 (vgl. MGG Bd. 08, S. 1740 ff. (c)), Bärenreiter-Verlag 1986]



Die Musik von Joseph Marx schöpft die Möglichkeiten der Tonalität in vollem Umfang aus und besitzt einen unverkennbaren Klang mit hohem Wiedererkennungswert. Debussy, Scriabin, Delius, Ravel, Respighi, Vladigerov, Reger, J. Jongen, Schreker, Richard Strauss, Korngold, Brahms, Mahler und Joseph Marx 1952 (23 kB) Bruckner sind die Namen, die einem beim Anhören seiner Kompositionen nach und nach in den Sinn kommen werden. Seine 150 Lieder, die er überwiegend in seinen jungen Jahren schrieb, brachten ihm schon früh nationalen und internationalen Ruhm ein, und so gilt er in dieser Sparte als rechtmäßiger Nachfolger seines Landsmannes Hugo Wolf. Die mediterrane Stimmung in manchen seiner Werke ist darauf zurückzuführen, daß seine Großmutter mütterlicherseits eine gebürtige Italienerin und seine Mutter zudem Halb-Slawin war, und er sich bis ins hohe Alter seine Kindheitserinnerungen an die Landschaften Italiens bewahrt hat. Marx, der nicht nur als brillanter Harmoniker und Melodiker gilt, sondern auch ein Meister des Modulierens und der Polyphonie war, ist stilistisch dem Impressionismus und der Spätromantik zuzuordnen, auch wenn er sich Mitte der 30er Jahre dem Klassizismus zuwandte, was sich jedoch nur in seinen "Alt-Wiener Serenaden" für großes Orchester und in seinen Streichquartetten zeigt (später wies Marx darauf hin, daß dies seiner Liebe zum Impressionismus keinen Abbruch getan habe). Seine musikalische Inspiration gewann er aus seiner mit Kindheitserlebnissen in der Untersteiermark und seinen Italienreisen verwurzelten spirituellen Liebe zur Natur, der er eine Vielzahl lyrischer Werke und glanzvoller Hymnen gewidmet hat. Und so ist seine Musik eine Quelle der Sinnlichkeit und des Optimismus - eben das Kunstwerk eines tiefbeglückten Menschen, der seine aufrichtige Daseinsfreude mit anderen teilen möchte.

*




Adressen von Joseph Marx in Graz:

Vor 1908: Sparbersbachgasse 39 I
Um 1908: Morellenfeldgasse 15 I
Um 1909: Nibelungengasse 66
Um 1913: Waltendorf - Am Ring Nr. 2
Um 1917: Körblergasse 42 (gleichzeitig mit seiner Wiener Wohnung in der Traungasse 6, siehe unten)



Fotos des Wiener Hauses, in dem Marx von 1915 bis 1964 lebte, sowie Fotos seines Ehrengrabes auf dem Wiener Zentralfriedhof

Die folgenden Aufnahmen hat Martin Rucker am 1. April 2003 gemacht.


Traungasse 6, Vienna (46 kB)

Traungasse 6, Vienna (38 kB)

Traungasse 6, Vienna (54 kB)

*

Grave of Honour, Vienna (78 kB)

Grave of Honour, Vienna (50 kB)


Neu!  

Viele weitere Fotos von Orten, an denen Marx gelebt und gewirkt hat, findet man hier...



DIE FOLGENDEN KAPITEL DIESER WEBSITE SIND DAS ERGEBNIS MEINES BESCHEIDENEN VERSUCHS, EINE ANTWORT AUF DIE FRAGE ZU FINDEN, WIE DER ZU LEBZEITEN GEFEIERTE UND ALLSEITS HOCHGESCHÄTZTE JOSEPH MARX DERART IN VERGESSENHEIT GERATEN KONNTE.

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        CD: Trio-Phantasie und Ballade für Klavierquartett
CD: Trio-Phantasie und Wildgans-Lieder     CD: Frühlingssonate für Violine und Klavier     CD: Marienlied für Sopran und Orgel
CD: Klavierquartett in Form einer Rhapsodie     CD: Kirchschlager/Spiri - Lieder     CD: Alle Werke f. Klavierquartett
CD: Cellowerke     CD: Chorwerke und Orchesterlieder     CD: Symphonische Werke

CD: Der Ton — Lieder von Joseph Marx     CD: Klaviermusik von Joseph Marx     CD: Marx begleitet Marx-Lieder    





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im ORF
Hier sehen Sie die einzig existierenden Filmaufnahmen von Joseph Marx


EIN NEUJAHRSHYMNUS & BERGHYMNE
von Joseph Marx


Orchestriert von
St. Esser & B. Haydin


* * * verlegt bei der Universal Edition * * *

Hier weitere Infos und Hörbeispiele (MP3)



24. und 25. Oktober 2005

Das Grazer Orchester recreation - Großes Orchester Graz
spielte unter der Leitung von Michel Swierczewski die


HERBSTSYMPHONIE

(Stefaniensaal in Graz, Österreich)

* * *   Erste Aufführung seit fast 80 Jahren   * * *

Der Autor dieser Website hat diesem seltenen, bedeutenden
Ereignis beigewohnt und berichtet hier ausführlich über die
großartige Rezeption in der österreichischen Presse


Die Joseph-Marx-Gesellschaft hat eine eigene Internetseite:


joseph-marx-gesellschaft.org


Joseph-Marx-Gesellschaft

Alle Anfragen an die Joseph-Marx-Gesellschaft (z.B. Spenden- und Beitrittsgesuche) sind an Herrn Berkant Haydin, Generalsekretär der Joseph-Marx-Gesellschaft, zu richten. Da die Gesellschaft sich ausschließlich über private Spenden und Fördergelder finanziert, wird hiermit um rege Beteiligung gebeten.



www.joseph-marx.org ist eine von Berkant Haydin gestaltete, rein private Homepage,
die im Dienste der Information über Joseph Marx und der Freude an seiner Musik steht.


www.joseph-marx.org ist nicht mit der o.g. Website der Joseph-Marx-Gesellschaft zu verwechseln.

Last update of this page: 23.12.2008 10:21:49 MEZ
URL: http://joseph-marx.org/de/biography.html     © 2001-2008 Berkant Haydin